14.12.2017

Konzert 6

Konzert 6 - Carte Blanche Armida 

 

Einen Abend für wahre Quartettliebhaber erleben wir heute in der wundervollen Atmosphäre der Schelenburg. Das Armida Quartett hat dieses Programm ausgewählt und lädt uns in den Gemäuern der Weserrenaissance zu wahren Highlights aus 3 Jahrhunderten Quartettmusik ein. 

 

Selbstverständlich darf da Joseph Haydn nicht fehlen - mit dem „Urvater“ der Gattung Streichquartett beginnen wir unsere Reise zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Besonders die 6 Streichquartette des opus 33 gelten als Wiege des klassischen Streichquartetts - Haydn selbst sagte sie wären „auf eine ganz neue besondere art“ komponiert, und selbst den jungen Wolfgang Amadeus Mozart inspirierte er mit diesem Opus, auch für das Streichquartett zu schreiben.

 

Erst mit 38 Jahren widmete sich Dmitry Schostakowitsch dem Streichquartett, konzentrierte sich dann aber fortan in der Kammermusik fast ausschließlich darauf, was ihn zu einem weiteren „Schwergewicht“ dieser Gattung machte. Wir hören heute das neunte seiner insgesamt 15 Quartette.

 

Ebenso spät in seinem Leben veröffentlichte Johannes Brahms seine ersten Streichquartette op. 51, von denen wir heute die Nr. 2 hören. Er jedoch hatte nach eigenen Angaben zuvor schon 20 Quartette komponiert und zerstört, soviel Ehrfurcht schien er vor dieser Gattung gehabt zu haben. 

 

Den serbischen Komponisten Marko Nikodijevic lassen wir selbst über sein Werk sprechen:

„Während meines Aufenthaltes am Deutschen Studienzentrum in Venedig von Juli bis September 2016 schreibe ich mein erstes Streichquartett mit dem Titel ‚tiefenrausch‘, ein Kompositionsauftrag der ECHO für das wunderbare Armida Quartett.

Tiefenrausch ist ein narkoseähnlicher Zustand, der ab einer Tauchtiefe von etwa 30 Metern anfängt. Die Merkmale des Rausches steigern sich von anfänglicher Beruhigung und eingeschränktem logischen Denken über Euphorie, Klaustrophobie, akustischen Halluzinationen, Tunnelblick, Vertigo, Paranoia bis hin zur Bewusstlosigkeit und können zum Tod führen.

Musikalisch ist das neue Stück eine Fortsetzung der Entdeckungsreisen in psychedelische Welten meiner vorherigen Stücke wie ‚GHB / tanzaggregat‘ und ‚K-hole / schwarzer horizont‘.“

Konzert 6

Montag, 24. April 2017, 20 Uhr

Schelenburg, Schledehausen

Der Schlossverein dankt Herrn und Frau Kellermann von Schele für ihre Gastfreundschaft

 

Joseph Haydn (1732-1809):

Streichquartett Nr. 42, op. 33/6 D-Dur

 

Vivace assai

Andante

Scherzo. Allegro – (Trio)

Finale. Allegretto

 

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975):

Streichquartett Nr. 9 Es-Dur op. 117

 

Moderato con moto

Adagio

Allegretto

Adagio

Allegro

 

-        Pause -

 

Marko Nikodijevic (2016):

"tiefenrausch"

 

 

Johannes Brahms (1833-1897):

Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 51 Nr. 2

 

Allegro non troppo

Andante moderato

Quasi Menuetto, moderato – allegretto vivace

Finale. Allegro non assai

 

Armida Quartett:

Martin Funda, Violine

Johanna Staemmler, Violine

Teresa Schwamm, Viola

Peter-Philipp Staemmler, Violoncello