19.02.2018

Winterkonzert 2017

Classic con Brio - Winterkonzert  2017
Donnerstag, 28. Dezember 2017, 20 Uhr
Gemeindesaal St. Marien

Das Konzert ist leider ausverkauft!
Gerne vertrösten wir Sie auf unser Classic con brio Festival, das im April stattfindet, vom
13.-22. April 2018

Dort können Sie auch viele der Künstler des Winterkonzertes wieder erleben





Programm

W. A. Mozart: Klavierquartett g-Moll KV 478    
R. Schumann: Phantasiestücke op. 73 für Oboe und Klavier
F. Kreisler: Liebesfreud, Liebesleid für Violine und Klavier
- PAUSE -
L. v. Beethoven: Variationen über „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ , Es-Dur aus Mozart’s Zauberflöte für Cello und Klavier
J. Brahms: Klavierquartett g-Moll op. 25

Mitwirkende:
Daniel Rowland, Violine
Vladimir Mendelssohn, Viola
Maja Bogdanović, Violoncello
Blanca Gleisner, Oboe
Julia Okruashvili, Klavier

Kartenvorverkauf beim
Theater Osnabrück
http://www.theater-osnabrueck.de/spielplan/onlineticket.html?rsid=378943



"Entlang der Donau..."

Nicht nur, dass Mozart jahrelang in Wien lediglich einen Fußmarsch von der Donau entfernt wohnte - auch an der Quelle der Donau finden wir Spuren von ihm. Im Oktober 1766, am Ende seiner langen und anstrengenden Europareise, legte er ebendort, in Donaueschingen, einen Erholungsaufenthalt ein, und schrieb unter Anderem die Harmoniemusik zu seiner „Entführung aus dem Serail“.
Hier möchten wir heute und auch im kommenden April unsere Reise starten und laden Sie ein, mit uns 8 Länder entlang der Donau zu bereisen und unerwartete Spuren von uns bekannten Komponisten an überraschenden Orten zu finden. Schon vor Jahrhunderten war die Donau eine wichtige Handelsroute, und so entwickelten sich ungeachtet der Ländergrenzen musikalische Parallelen oder sogar Völker-spezifische „Trends“ - so zum Beispiel bei Brahms in dem Klavierquartett, das wir heute hören werden, sein „Rondo alla Zingarese“.
Schumann schrieb seinen „Faschingsschwank“ während eines Wien Aufenthalts 1839 - Sie werden ihn hier und heute vergeblich suchen, aber da wir uns „zwischen den Jahren“ befinden, wollten wir etwas besinnlichere Töne anschlagen und laden Sie ein zu seinen Fantasiestücken, heute gespielt auf der weichen Oboe d’amore.
Auch in Beethovens Werken finden wir immer wieder Einflüsse aus fernen Ländern. Im April werden Sie beurteilen können, ob sich ein wenig Ungarn in seiner „Appassionata“ findet, denn diese schrieb er auf Schloss Brunsvik unweit Budapests, bei seiner „unsterblichen Geliebten“, Josephine Brunsvik. Passend dazu hören wir heute „bei Männern welche Liebe fühlen“.
Fritz Kreisler - wir kennen Kreislers Virtuosität und seine reißenden Erfolge. Gerade in diesen besinnlichen Tagen möchten wir besonders an seine andere Seite denken. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Harriet spendete er sein Leben lang den größten Teil seiner Honorare für karitative Zwecke - vor Weihnachten verteilten sie jährlich gemeinsam selbstgeschnürte Hilfspakete. Und auch nicht vergessen möchten wir, dass Kreisler Furtwänglers Drängen nie nachgab und zu seinem Wort stand, in Deutschland erst wieder aufzutreten wenn dort alle anderen Musiker auch wieder willkommen seien.
Gerade in der heutigen Zeit und in einer teilweise hasserfüllten und nationalistisch-egoistischen Welt liegt es uns am Herzen, zu zeigen wie Musik schon seit Jahrhunderten Grenzen mühelos aufgehoben oder einfach ignoriert hat, und sich auch teilweise im Untergrund, im Verbotenen, weiterentwickelt hat und den Völkern Hoffnung gab, egal wie sehr die Regimes versuchten sie zu verbieten. Denn Musik wird immer ihren Weg finden, genauso wie ein Fluss, der unaufhaltsam seiner Mündung entgegen fliesst.

Zum ersten Mal bei Classic con Brio:
Maja Bogdanović, Violoncello


Foto: Dusan Madic